Die Scheidung- Häufige Gründe und ihre Vermeidung

by admin

Scheidung und Scheidungsraten- Haben Sie dazu schon einmal auf der Seite der Bundeszentrale für politische Bildung vorbei geschaut? Auf die Institution Ehe werden Sie danach mit Sorgenfalten blicken. Die Tendenz zur Scheidung steigt immer weiter, mittlerweile trennt sich jedes dritte Ehepaar nach drei bis acht Jahren.
Woran liegt das? Welche Fallen lauern im Ehealltag und wie kann man ihnen entgegenwirken? Ein paar Schlagworte und was hinter ihnen steckt.

Die Heirat

Problem
Sind Sie eine „Vernunftehe“eingegangen, denn die winkende finanzielle Besserstellung (heute auch: steuerliche Vorteile) hat Sie überzeugt? Oder war es der Druck von außen, besonders der Familie? Besonders hier setzt schnell Zwang an. Nach langer Beziehung sollen Sie endlich Fakten schaffen. Die betagte Großmutter findet sonst ihren Seelenfrieden nicht. Oder die Eltern wollen sich vor Nachbarn nicht länger in Erklärungsnot gedrängt sehen. Immerhin ist das schon so erwachsene Kind noch immer nicht verheiratet …
Und apropos „Kind“: Ist eines unterwegs, sehen sich viele Paare in der Pflicht, nun auch zu heiraten.
Oft soll aber einfach der romantische Schub, den eine Heirat mitbringt, die zerrüttete Beziehung retten.

Lösung
War einer der oben genannten Gründe Anlass für die Ehe? Oder sogar alle zusammen? Dann ist leider kaum noch eine Lösung zu finden.  Um ein Eheleben dauerhaft erfolgreich zu gestalten, fehlt schlicht die solide emotionale Basis. Die braucht es jedoch zwingend. Solche Gefühle nachträglich in die Bindung einzubringen, gelingt nur einem Promilleanteil.
Besser ist, sich schon vor der Verbindung über das Fundament der Ehe im Klaren zu sein. Keine zufriedengestellte Familie, keine pekuniären Vorteile schütten unüberwindbare Gräben zwischen Ihnen und Ihrem Partner auf. Und auch einem Kind sollte nicht die Last aufgebürdet werden, mit seiner Geburt quasi für das Funktionieren einer Ehe „zuständig“ zu sein.

Scheidungsgründe: Uneinigkeit führt zum Streit
Der eine nörgelt, der andere verliert die Lust an der Lösung. So bleibt die Trennungsgefahr erhalten.

Kommunikation

Problem
Ihr Fehlen ist unverändert Todesstoß für die meisten Ehen. Über Konflikte zu schweigen und entsprechend keine Lösung zu erarbeiten, ist geradezu Garant für die Scheidung.
Konflikte und Wünsche werden nicht angesprochen, ignoriert, schweigend hingenommen oder gar beharrlich schweigend ausgesessen. Der menschliche bricht Kontakt ab, das Auseinanderleben wird zunehmend einfach in Kauf genommen.

Lösung
Es gab einmal Berührungspunkte zwischen Ihnen beiden, die erst die Beziehung ermöglichten.Diese Punkte bestehen aber nicht selbstverständlich weiter – sie wollen gepflegt werden. Gemeinsamkeiten bewusst zu leben gehört dazu. Aber ebenso das Ansprechen von störenden Verschiedenheiten. In konstruktiver Kritik. Denn im Dialog zu bleiben und geschlossene Kompromisse umzusetzen, rettet Ihren Kommunikationskanal zueinander. Und die Lösungsbereitschaft.

Lösungswille

Problem
Innerlich haben Sie die Scheidung bereits eingereicht. Das Schweigen zwischen Ihnen beiden ist fest eingezogen, der Lebensschwerpunkt schon in den Beruf, den Freundeskreis oder zeitintensive Hobbies verlegt. Ihr Partner spielt im Alltag und in Ihrer Wahrnehmung keine Rolle mehr. Im Geiste sind Sie bereits als Single arrangiert, der offen für die neue Liebe ist.

Lösung
Eine so feste Bindung wie die Ehe verlangt mehr Einsatz für ihren Erhalt. Der Wille, Probleme zu besprechen und zu lösen muss von beiden Seiten gegeben sein und vor allem bleiben. Es hilft, sich genau im Umgang mit schwierigen Situationen zu beobachten: Versteigen Sie sich gerne einmal in unkonstruktive Nörgelei? Dann verliert der Kritisierte schnell die Lust, einen Kompromiss zu erdenken. Reagiert ihr Partner auf  sachliche Kritik wiederum mit Dickköpfigkeit, werden Sie natürlich auf Dauer keine Energie mehr in eine Lösung investieren wollen.

Schuldfrage

Problem
Das Eheleben verläuft immer schlechter. Neben Ursachen für die drohende Scheidung wird auch gern ein Schuldiger gesucht. Leider ist es nur zu bequem, nicht beider Verantwortung gleichermaßen zu bedenken. Schnell ist der Partner als Alleinschuldiger ausgemacht. Verlegt sich dieser ebenfalls darauf, wiederum Alleinschuld zuzuweisen, entsteht eine Pattsituation. Zu einer Lösung führt das nicht mehr.

Lösung
Sie beide müssen sich Ihrer Verantwortung für eine vielleicht verfahrene Situation bewusst sein. Es ist unproduktiv und zermürbend, sich gegenseitig zum Alleinurheber zu erklären. Objektiver Austausch kann hier die Lösung sein. Hinterfragen und äußern Sie genau, was gewünscht ist, was vernachlässigt wurde und wie Sie beide (!) eine positive Veränderung herbei führen können.

Zukunft

Problem
Die Ehe verläuft nicht in gewünschter Harmonie und Romantik. Der Alltag ist eingekehrt, der Partner in allen Einzelheiten bekannt, Konfliktsituationen sind festgefahren. Unarten fallen immer mehr ins Gewicht. Die Ehe wird nicht mehr als Ergänzung, sondern als Hindernis zum wahren Glück angesehen. Unter diesen Voraussetzungen liegt die Scheidung immer näher, da Sie wohl nur noch in einer neuen Beziehung die erträumte schöne, gemeinsame Zukunft erleben können.

Lösung
Wenden Sie sich innerlich von der Ehe ab und fixieren Sie alle Hoffnungen auf etwas Neues, fallen Sie Ihrer Beziehung als Ganzes in den Rücken. Weder sich selbst, noch Ihrem Partner werden Sie so motivieren können, weiter Mühe und Emotion zu investieren. Und so die Scheidung noch abzuwenden.

Fragen Sie sich realistisch, ob tatsächlich nur in einer neuen Beziehung alle brachliegenden Bedürfnisse erfüllt werden können. Prüfen Sie die Fakten, bevor Sie die bestehende Bindung nicht mehr pflegen und irgendwann ganz aufgeben.

Attraktivität

Problem
Beachtlich häufig unter den Scheidungsgründen findet sich unreinliches Verhalten und zunehmender Mangel der Körperpflege. Der Partner lässt sich, nun „sicher“ in festen Händen, schlicht gehen. Er achtet nicht mehr darauf, wie er wahrgenommen wird, vernachlässigt die Hygiene und/oder seine Ernährung. Zunehmend weicht die Person, die attraktiv und anziehend war, schlimmstenfalls einem Menschen, den man nicht einmal näher hätte kennenlernen wollen.

Lösung
Wer sich vernachlässigt, signalisiert dem Partner, seiner Wahrnehmung von Attraktivität keinen Wert mehr beizumessen. Ebenso wenig seinem Wunsch nach Werbung. Auch, wenn dieses Signal nicht mit Vorsatz gesetzt wurde: nehmen Sie Kritik an. Entziehen Sie sich nicht in gekränkter Trotzhaltung. Um seiner selbst Willen geliebt zu werden, ist in einer Ehe selbstverständlich. Es ist aber auch selbstverständlich, dieses Selbst liebenswert zu erhalten.

Anerkennung

Problem
Ihre Heiratsentscheidung fiel für diesen Menschen – und auch wieder nicht: Ihr Partner macht nichts richtig. Er bringt auch kein Umfeld mit, das Sie zufrieden stellt. Der Freundeskreis ist verpönt, die Familienmitglieder nicht minder. Bildungsstand und Beruf sind nicht gut genug, die Hobbies bestenfalls albern.
Zu allem Überfluss erfährt Ihr Partner dafür nicht nur in den eigenen vier Wänden Abwertung. Denn abschätzige Äußerungen entschlüpfen Ihnen auch im Beisein Anderer.

Lösung
Keiner hält lange aus, niedergemacht zu sehen, was ihm lieb ist. Denn das verletzt nicht nur, es geht auch zulasten des Selbstbewusstseins. Hier gilt zu klären, warum solche Äußerungen fallen. Sind sie Ausdruck eines Mangels an anderer Stelle? Lässt sich Ihr Partner zu sehr von Freunden oder Familie vereinnahmen? Kompensieren Sie mit Ihren Angriffen etwas  anderes? Oder ist Ihr Respekt tatsächlich geschwunden?
Auch hier hilft nur Kommunikation und die Bereitschaft, eine Veränderung herbei zu führen. Lernen Sie daher, tolerant gegenüber der (für die Ehe unschädlichen) Eigenschaften und Vorlieben Ihres Partners zu sein und Kritik daran moderat und im ausschließlich (!) persönlichen Gespräch zu äußern.

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